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Die Fünfklässler David (links) und Carlo (rechts) halten das Band fest, das Lena und Sophie (von links) bei der Wiedereröffnungsfeier des Standorts Koblenzer Straße des Wittlicher Peter-Wust-Gymnasiums durchschneiden. Foto: Heinz-Arnold Schneider/PWG

Der 25. Oktober 2013 wird allen Schülern, Lehrern und Freunden des Peter-Wust-Gymnasiums in Wittlich noch lange in Erinnerung bleiben. Beinahe auf den Tag vier Jahre nach dem notwendigen Umzug in die ehemalige Hauptschule in Wittlich-Wengerohr und der Teilung der Schule in zwei Standorte konnte nun endlich die vollständige Rückkehr in die sanierten, altehrwürdigen Gebäude in der Koblenzer Straße gefeiert werden. Zu diesem Zweck öffnete die Schulgemeinschaft zunächst mit einem Tag der offenen Tür allen Interessierten ihre Pforten. Bereits in den Wochen zuvor hatten die Schüler gemeinsam mit ihren Lehrern eine Fülle an Projekten, Präsentationen und Experimenten vorbereitet, deren Kreativität und Vielfalt in Worten kaum zu fassen ist. So präsentierten sich die geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer mit selbstgeschriebenen Herbstgedichten und Märchen, Lyrik- und Buchvorstellungen im literarischen Café, einer von zahlreichen Informationen begleiteten Umfrage zur Bekanntheit antiker Sprichwörter oder gar von Oberstufenschülern geführten bildungspolitischen Podiumsdiskussionen. Die naturwissenschaftlich interessierten Schüler hingegen offenbarten ihre Begeisterung und ihr Engagement in ihren Klassen, Kursen und Arbeitsgemeinschaften unter anderem in Form faszinierender physikalischer und chemischer Experimente von der Blue-Bottle-Reaktion bis zur harmonischen Schwingung oder anhand kniffliger mathematischer Knobeleien. Auch wurde den Eltern und jüngeren Geschwistern Gelegenheit geboten, selbst mit Magneten zu arbeiten oder einmal einen Blick durchs Mikroskop zu werfen. Und während die jungen Mitglieder der Mindstorms-AG vom Computer aus Lego-Roboter zum Fahren brachten, demonstrierten die Schüler der Informatik-Kurse bereits selbstgeschriebene Programme. Nicht zuletzt sind die zahlreichen musikalischen und künstlerischen Beiträge hervorzuheben, welche das Programm abrundeten. Für die notwendige Verpflegung sorgten neben den Schülern schließlich auch zahlreiche Eltern, sodass alle Anwesenden mit warmen Speisen, Getränke sowie Kaffee und Kuchen versorgt waren. Eine eigens eingerichtete Salatbar sowie ein Projekt zu ‚Gesundem Essen‘ ließen auch hierbei keine Wünsche offen. Um kurz vor 16 Uhr endete schließlich der Tag der offenen Tür mit einer gemeinsamen Aktion aller Schüler des Peter-Wust-Gymnasiums, welche ihre Zusammengehörigkeit und ihr Gemeinschaftsgefühl auf dem nun wieder gemeinsamen Schulhof in der Aufstellung eines großen „PWG“ symbolisch zum Ausdruck brachten. Eine tragende Rolle spielten dabei auch die jüngsten Mitglieder der Schulgemeinschaft, welche mit dem Durchtrennen des Bandes das alte, neue Gebäude offiziell eröffneten.

Im Anschluss daran konnte Schulleiter Michael Forster mit tatkräftiger Unterstützung von Merle aus der Klasse 5c zahlreiche Gäste, Kollegen sowie Schüler- und Elternvertreter zum offiziellen Festakt begrüßen, welcher durch die Streich- und Schulorchester, den Schulchor sowie den Leistungskurs Musik der MSS 12 unten den Leitungen von Alice Lenz-Hadamer, Klaus-Peter Feld und Sebastian Glas eine dem feierlichen Anlass angemessene musikalische Begleitung erfuhr. Unter den Gästen war auch Landrat Gregor Eibes, der in seiner Ansprache die zahlreichen Situationen Revue passieren ließ, in denen seit dem November 2009 Alternativen abgewogen, Fragen beantwortet und Entscheidungen zur Zukunft des PWG getroffen werden mussten. Rückblickend könne man nun jedoch sagen, dass das Festhalten am alten Standort und die Sanierung der Gebäude gut und richtig gewesen seien. Das Ergebnis und damit die Möglichkeit, unter den neu geschaffenen Voraussetzungen wieder ganz im Sinne von Peter Wust lehren und lernen zu können, rechtfertige ohne jeden Zweifel die notwendigen Investitionen. Schließlich sei - wie bereits John F. Kennedy feststellte - keine Bildung immer teurer als Bildung. In diesem Sinne sprach Landrat Eibes schließlich von einem Festtag, nicht nur für das PWG, sondern für die gesamte Bildungslandschaft im Landkreis Bernkastel-Wittlich.

Auch der Leitende Regierungsschuldirektor Peter Epp, welcher neben der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion auch das zuständige Ministerium vertrat, sprach von einer richtigen Entscheidung. Eine dauerhafte Trennung könne bei einer so lange gewachsenen Schule nur zu Lasten des Klimas vonstattengehen. Umso mehr lobte Epp den Umgang mit den Belastungen in den vergangenen Jahren und das Ertragen von Unterricht in Baustellen, Pendelfahrten und räumlicher Trennung zwischen Freunden und Kollegen. Durch das große Engagement aller Beteiligten sei das PWG auch in dieser Zeit inhaltlich stets gut aufgestellt gewesen, was ein Blick auf die Anmeldezahlen eindrucksvoll verdeutlichen könne. Für das Arbeiten unter den nun geschaffenen Voraussetzungen wünschte er alles Gute und eine im Hinblick auf die äußeren Rahmenbedingungen ‚ruhige Zeit‘.

Für die Architekten bedankte sich Wolfgang Rumpf beim Bauherrn sowie allen beteiligten Handwerkern und übergab die Verantwortung für die Gebäude, die er mit all den Ecken und Kanten aus ihrer langen Geschichte kennenlernen durfte, an Schulleiter Forster. Schulelternsprecher Frank Gödert hob das bewiesene Improvisationstalent hervor und drückte seine Freude über die Rückkehr an ‚den heiligen Berg‘ an der Koblenzer Straße aus. Die Schülersprecher Nina Meyer und Jonas Hoffmann beschrieben schließlich in ihren pointierten Grußworten anschaulich die schwierigen Bedingungen der räumlichen Teilung und sprachen gar von der ‚bedeutendsten Wiedervereinigung seit 1989‘.

Auch Schulleiter Michael Forster ging in seiner Ansprache auf die Komplexität der im ersten Moment beinahe unlösbar erscheinenden Aufgaben der letzten Jahre ein. Entsprechend bedankte er sich bei allen Beteiligten aus Stadt, Kreis und Land, den Architekten und Handwerkern, dem Bauausschuss, den Kollegen und allen voran den Schülern des PWG für ihre Ausdauer, ihr Engagement und ihre Zuversicht. Man habe viel gelernt in den vergangenen vier Jahren, vielleicht sogar solche Spezialkompetenzen im Umgang mit Krisensituationen und dem nach Dürrenmatt jeder Planung entgegenstehenden Zufall, die man gar nicht habe lernen wollen und die auch im Orientierungsrahmen Schulqualität bislang so noch nicht vorgesehen gewesen seien. Und doch habe man es am Ende gemeinsam geschafft. Und so richtete Forster abschließend den Blick nach vorne. Keineswegs arbeite man nun in luxuriösen Verhältnissen, aber man sei jetzt in allen Bereichen sehr gut aufgestellt. Nichts anderes verdienten die Schüler des Peter-Wust-Gymnasiums. Und so wolle man die neuen Möglichkeiten nun mit Freude und Verantwortung nutzen.

Die lange herbeigesehnte Rückkehr an den einen, gemeinsamen Standort jedenfalls verdeutlicht das am PWG gelebte Zusammengehörigkeitsgefühl und entspricht in jeder Hinsicht dem pädagogischen Leitbild ‚Persönliches Wachstum in Gemeinschaft‘. Damit war der 25. Oktober in der Tat ein Tag der Freude und des Feierns, der nach schwierigen Zeiten den Blick erwartungsfroh nach vorne richten lässt.

Text: Medien AG des Peter-Wust-Gymnasiums