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Für den Tierhalter besteht im Jahr 2008 erstmals die Verpflichtung, seinen Tierbestand an Rindern, Schafen und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Über Einzelheiten wurden alle in der Kreisverwaltung registrierten Betriebe durch ein Rundschreiben informiert.

Schafe und Ziegen werden einmalig geimpft, bei Rindern ist zur Grundimmunisierung eine zweimalige Impfung  mit einem Zeitabstand von 21 bis 28 Tagen notwendig. Es sind alle Tiere ab einem Alter von zehn Wochen zu impfen. Der Impfschutz hält zwischen einem halben und einem Jahr lang (je nach Hersteller); spätestens danach muss nach einem noch gesondert festzulegenden Impfplan nachgeimpft werden. Bezüglich der Nachimpfungsintervalle können sich im Rahmen des Zulassungsverfahrens der Impfstoffe noch Änderungen ergeben. Ausnahmen von der generellen Impfpflicht sollen vorbehaltlich der endgültigen Fassung der Änderung der EG-Blauzungenbekämpfung-Durchführungsverordnung nur im begründeten Einzelfall erfolgen sowie bei Bedarf für Masttiere in Stallhaltung, die ausschließlich unmittelbar zu Schlachtung abgegeben werden und älter als neun Monate sind. Für Tiere, die von der generellen Impfpflicht freigestellt sind, wird im Falle einer tödlich verlaufenden Blauzungenerkrankung keine Entschädigung geleistet.

In Gehegen gehaltene, empfängliche Wildtiere können auf Antrag des Tierhalters nach Abschluss der Impfungen bei Rindern, Schafen und Ziegen und bei ausreichender Verfügbarkeit von Impfstoffen ab Ende Juli/Anfang August 2008 mit in die Impfungen einbezogen werden. Die Impfungen erfolgen nach dem Hoftierarztprinzip, dass heißt der Tierhalter entscheidet, welche Tierärztin beziehungsweise welcher Tierarzt seinen Bestand impft. Die Kreisverwaltungen geben den Impfstoff nur an praktizierende Tierärzte für Bestände im jeweils eigenen Zuständigkeitsbereich aus. Die Impfungen dürfen nur von Tierärzten durchgeführt werden; eine Impfung durch den Tierhalter selbst ist nicht zulässig.

Der Tierarzt hat die Impfung des Bestandes (Schafe/Ziegen) beziehungsweise der geimpften Tiere (Rinder) in der HIT-Datenbank zu dokumentieren. Hierzu bedarf es einer Ermächtigung des Tierarztes zur Eintragung des Impfstatus BT in die HIT-Datenbank. Ein entsprechendes Formular wurde dem Rundschreiben an die Tierhalter beigefügt und kann bei Bedarf auch unmittelbar vom Fachbereich Veterinärdienst der Kreisverwaltung bezogen werden.

Die Kosten des Impfstoffes werden jeweils zur Hälfte von der Tierseuchenkasse und dem Land übernommen. Für die Kosten der tierärztlichen Leistung (Impfgebühr) ist eine Beteiligung von Land und Tierseuchenkasse aktuell nicht vorgesehen. Es handelt sich um ein privatrechtliches Vertragsverhältnis zwischen Tierarzt und Tierhalter, da der Tierhalter zur Impfung gesetzlich verpflichtet ist.

Die BT-Impfstoffe sind bisher nicht zugelassen. Eventuelle Impfschäden gemäß § 66 Nr. 4 Tierseuchengesetz werden vom Land und von der Tierseuchenkasse entschädigt. Hierzu muss wie üblich ein Entschädigungsantrag bei der Kreisverwaltung eingereicht werden. Die Voraussetzungen für einen entschädigungspflichtigen Schadensfall werden auf Landesebene noch im Einzelnen abgestimmt. Treten während oder unmittelbar nach der Impfung bei einem Tier lebensbedrohliche Schäden auf, die zum Tod des Tieres führen oder weswegen es getötet werden muss (zum Beispiel Schockreaktionen, schwere Verletzungen), ist dies durch ein tierärztliches Gutachten zu belegen. Kommt es innerhalb der ersten drei Tage nach der Impfung zu einem Abort, ist ein Entsorgungsbeleg der Tierkörperbeseitigungsanstalt notwendig. Bei Aborten, die innerhalb von 4 bis 14 Tagen nach der Impfung vorkommen, ist eine Untersuchung durch das Landesuntersuchungsamt (LUA) auf andere Abortursachen mit negativem Ergebnis erforderlich. Voraussetzung ist die Einsendung von untersuchungsfähigem Abortmaterial (Fetus und Nachgeburt, frisch, nicht gefroren). In diesem Zusammenhang wird auf die Untersuchungspflicht des Tierhalters von Aborten während des letzten Drittels der Trächtigkeit auf Brucellose bei über 24 Monate alten Rindern hingewiesen.
Im laufenden Jahr ist erneut, zumindest bis zum Abschluss der Schutzimpfungen mit Schäden durch eine klinische BT-Infektion zu rechnen. Entschädigungen werden nur für den Zeitraum 15. Mai 2008 bis zum Wirksamwerden der Schutzimpfung in demjenigen Bestand, in dem der Schaden konkret auftritt, für Schafe spätestens Ende Juli 2008, für Rinder spätestens Ende August 2008 geleistet, wenn

  1. der Tierhalter bis spätestens Ende Juni eine Tierärztin/ einen Tierarzt mit der Impfung seines Tierbestandes beauftragt und die Hoftierarztvollmacht zum Eintrag der Impfung in HIT gegenüber dem Tierarzt unterzeichnet hat,
  2. der Tierhalter die für die Impfung erforderliche Fixierung der Tiere ermöglicht hat beziehungsweise in der Lage ist, diese bis spätestens Ende Juni zu ermöglichen,
  3. der Tierhalter den Bestand umgehend nach den Angaben des Herstellers impfen lässt und der Zeitraum bis zur Entwicklung einer belastungsfähigen Immunität noch nicht erreicht war (voraussichtlich 14 Tage nach Abschluss der Grundimmunisierung),
  4. das Tier nicht auf Antrag des Tierhalters von der Impfung ausgenommen wurde,
  5. bei Rindern durch ein amtstierärztliches Gutachten über die klinischen Erscheinungen die Erfordernis einer amtlichen Tötungsanordnung nach Tierseuchenrecht belegt wird und
  6. für jedes Einzeltier der Nachweis von Virusmaterial (PCR) im LUA bestätigt wird.

In jedem Fall sind vor Beginn der Impfaktion von den Tierhaltern die ordnungsgemäße Kennzeichnung ihrer Tiere und die korrekten Eintragungen in HIT zu überprüfen. Dies gilt insbesondere für Schaf- und Ziegenhalter, die seit dem 1. Januar 2008 in HIT die jährliche Stichtagsmeldungen der am 1. Januar vorhandenen Schafe und Ziegen spätestens bis zum 15. Januar getrennt nach Tierarten und nach den Altersgruppen bis einschließlich 9 Monate, 10 bis einschließlich 18 Monate und ab 19 Monate anzugeben haben. Fehlende oder verzögerte Meldungen können im Schadensfall zu einer Minderung bis hin zu einem Wegfall der Entschädigungsleistungen führen.

Weitere Fragen zu diesem Thema können an den Fachbereich Veterinärdienst und Lebensmittel, Tel.: 06571/14353 der Kreisverwaltung gestellt werden.