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Gruppenfoto Landrätin Beate Läsch-Weber mit den Stillen Stars 2007.

Insgesamt vier Projekte und zwei Einzelpersonen zeichnete Landrätin Beate Läsch-Weber (r.) mit dem Ehrenamtspreis des Landkreises Bernkastel-Wittlich als Stille Stars aus.

Mit dem Bürgerpreis „Stille Stars” des Landkreises Bernkastel-Wittlich werden jedes Jahr Menschen gewürdigt, die sich meist im Stillen, verborgen vor der Öffentlichkeit und abseits von traditionellen Ehrungen für das Gemeinwohl einsetzen. Anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamtes verlieh Landrätin Beate Läsch-Weber am vergangenen Samstag im Hunsrückhaus am Erbeskopf den Bürgerpreis „Stille Stars“ an zwei Einzelpersonen mit herausragendem Engagement und vier beispielgebende Projekte aus dem Landkreis. Dabei stand in diesem Jahr vor allem Integrationsprojekte für Menschen mit Migrationshintergrund im Blickpunkt.

„Sie sind für unsere Gesellschaft ein großes Glück“, freute sich Landrätin Beate Läsch-Weber und zollte den diesjährigen Preisträgern großen Respekt und ihre Anerkennung. Anerkennende Worte fand auch die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft LandkreisAktiv, Michaele Schneider: „Die zahlreichen Ehrenamtlichen in unserem Landkreis sind mit Feuer und Flamme dabei. Diese Flammen können jedoch nur brennen, wenn auch optimale Rahmenbedingungen herrschen!“

Die Ehrung der Stillen Stars fand im Rahmen eines bunten Aktionstages statt. Neben den Preisträgerinnen und Preisträgern präsentierten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft LandkreisAktiv. Sie zeigten vielfältige Möglichkeiten auf, wie Bürgerinnen und Bürger sich im Landkreis Bernkastel-Wittlich freiwillig engagieren können. Außerdem stellten sich die ehrenamtlichen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für freiwilliges Engagement gemeinsam mit der Servicestelle Freiwilliges Engagement der Kreisverwaltung vor und informierten über ihr Beratungsangebot vor Ort.

Im Rahmenprogramm gab es eine Vorführung des Karatevereins Thalfang, Tänze des Vereins der Russischsprechenden Wittlich, Pop-Gesang mit Klavierbegleitung von Katharina Geduldig und Olga Borowski, ein Video des Deutsch Amerikanischen Segelflugclubs Traben-Trarbach sowie ein Video der Band „Mary Greenwood“ zu sehen und zu hören.

Die Stillen Stars 2006 im Portrait

Rosi Metz
Soziales Engagement für hilfsbedürftige junge Menschen und ihre Familien bestimmte viele Jahre ihre Arbeit als Sozialarbeiterin des Kreisjugendamtes Bernkastel-Wittlich. Engagierter Einsatz für ihre Mitmenschen, insbesondere für ihre ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, prägt seit langem auch ihr ehrenamtliches Wirken. So hat sie einer 11-köpfigen kurdischen Familie geholfen, in Wittlich eine familiengerechte Wohnung zu finden. Als die 16-jährige Tochter dieser Familie an Knochenkrebs erkrankte, übernahm sie Fahrdienste zur Klinik nach Trier. Auch andere ausländische Familien unterstützt sie durch ihre Besuche und mit finanziellen Hilfen. Bedingt durch ihre frühere Tätigkeit als Sozialarbeiterin und Gemeindehelferin in Brasilien organisiert sie immer wieder Spendenaktionen für das Kinderheim Christorei in Brasilien. Vorbildlich ist auch ihr Einsatz für die interkulturelle Verständigung in der Wittlicher pax christi Gruppe.

Joachim Willmann
Sehr lang ist die Liste seines ehrenamtlichen Engagements für ausländische Mitmenschen. Gemeinsam mit Rosi Metz hat er sich um die Wohnungssuche für die oben genannte kurdische Familie gekümmert. Darüber hinaus hilft er ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern bei der Fertigung von Bewerbungsschreiben, bei Behördenangelegenheiten, bei der Organisation von Umzügen und durch Fahrdienste. Er engagiert sich neben der pax christi Gruppe Wittlich auch in der Friedensgruppe Cochem-Zell. Während seines Aufenthalts in den USA Ende der 80er Jahre setzte er sich für die Menschenrechte der indianischen Bevölkerung ein. Darüber hinaus betreut er seit drei Jahren eine Pfadfindergruppe in Wittlich.

Bündnis für Menschlichkeit und Zivilcourage
Seit 7 Jahren engagiert sich das Bündnis für ein friedliches multikulturelles Miteinander in unserem Landkreis. Zielsetzung der mehr als 100 Mitglieder starken Vereinigung ist insbesondere die Bildung und Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Jugend, für die Themen Gewalt, Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Extremismus. Das Bündnis führt regelmäßig interkulturelle Kulturabende und Seminare durch, organisiert Ausstellungen und bietet Deutschunterricht für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger an. Zu der Völkerverständigung dienenden Arbeit zählt auch das Goodwill-Ambassadors-Projekt, ein Austauschprogramm für Jugendliche aus Deutschland, Polen, Tschechien und Israel. Darüber hinaus ist das Bündnis für viele ausländische Mitmenschen eine wertvolle Beratungsstelle in vielen sozialen und verwaltungstechnischen Fragen.

Ehrenamtliche Musiker und Betreuer der Band „Mary Greenwood“
1997 wurde in der Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung, Maria Grünewald, die hauseigene Rockband „Mary Greenwood“ ins Leben gerufen. Mit mehr als 100 Konzerten deutschlandweit hat sich dieses integrative Musikprojekt in der Musikszene einen großen Namen gemacht. Mit Coversongs und eigenen Musikkreationen rocken und rappen sich die Mary Greenwood-Bandmitglieder rund um Bandleader Udo Bohn immer wieder in die Herzen ihrer wachsenden Fangemeinde. Seit vielen Jahren unterstützen sechs ehrenamtliche Musiker, Markus Arens, Jörg Bohn, Alexander Brück, Björn Ehlen, Thomas Kappes und Andreas Müllen die Band. Ihr ehrenamtliches Engagement geht über das gemeinsame Musizieren bei Proben und Auftritten weit hinaus. Wie selbstverständlich haben sie im Laufe der Zeit auch Aufgaben der Betreuung der Musiker/Innen mit Behinderungen übernommen.

Jugendarbeit des Deutsch-Amerikanischen Segelflugclubs e. V. (DASC)
Seit einigen Jahren geht der DASC neue Wege in der Jugendarbeit. Seine Mitglieder geben ihr reiches Erfahrungswissen an Schulgruppen verschiedener Schulen des Landkreises weiter. So haben sie zum Beispiel mit dem Gymnasium in Traben-Trarbach und dem Peter Wust-Gymnasium in Wittlich einige schulübergreifende Physikprojekte durchgeführt, so zum Beispiel im Juni 2007 das Projekt „Segelfliegen – das fliegende Klassenzimmer“ des Physik-Leistungskurses 11 des PWG. Dazu stellten sich die Ehrenamtlichen über mehrere Tage als Fluglehrer zur Verfügung. Sie vermittelten dabei sowohl flugtechnisches und physikalisches Wissen und förderten die Entwicklung von Teamfähigkeit unter den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern. Viele der teilnehmenden Jugendlichen machen dabei wichtige Grenzerfahrungen. Sie werden in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Leistungsfähigkeit gestärkt. Der Segelclub überlässt für diese Projekte Segelflugzeuge, Fluggelände und notwendige Ausrüstung.

Kultur- und Sportverein der Russischsprechenden in Wittlich e.V.
Seit 2001 leistet der Verein im ganzen Landkreis, insbesondere in der Kreisstadt Wittlich, sehr wertvolle Integrationsarbeit. Zu den vielen vorbildlichen Projekten zählen zum Beispiel: Die Russische Samstagsschule, der Integrationssprachkurs im Haus der Jugend, der Computerkurs für Menschen mit Migrationshintergrund (in Kooperation mit der VHS Wittlich-Stadt und –Land), die Kooperation mit dem DRK zum Thema „Älter werden in Deutschland“ sowie die Kooperation mit Erzieherinnen heimischer Kindertagesstätten. Vorbildlich sind auch die internationalen Sommercamps sowie die Tanzgruppen des Vereins.