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„Streuobstpapst“ Johann Schierenbeck (vorne) zeigt den 25 Teilnehmern die richtige Pflege und den richtigen Schnitt von Obstbäumen.

Im Rahmen einer ganztägigen Veranstaltung zur Streuobst-Jungbaumpflege in Theorie und Praxis informierten sich rund 25 interessierte Obstbaumbesitzer über den richtigen Schnitt und die richtige Pflege ihrer Bäume. Veranstalter waren die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, die PAULa-Beratung und das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück (DLR R-N-H).

Heike Ulrich von der Kreisverwaltung wies auf den ökologischen Wert von hochstämmigen Obstwiesen hin. Brigitte Leicht vom DLR R-N-H stellte das neue Instrument des Landes, den Partnerbetrieb Naturschutz, vor: Die Wanderschäferei Markus Steffen ist seit 2007 Partnerbetrieb und hat zusammen mit Jugendlichen des Evangelischen Kinder- und Jugendheims eine Streuobstwiese neu angelegt.

„Die Pflege von Streuobstwiesen ist über das Programm-Agrar-Umwelt-Landschaft PAULa förderfähig“, erläuterte die zuständige PAULa-Beraterin des Kreises Susanne Venz: „Sie ist auf vielen Streuobstwiesen im Kreis Bernkastel-Wittlich nötig, will man die Bäume zur Nutzung des Obstes am Leben erhalten. Und zum Erhalt dieser typischen Kulturlandschaft und dem vielfältigen Lebensraum Streuobst trägt es in jedem Fall bei.“

Nach dem theoretischen Teil im Weingutshotel St. Michael in Wintrich ging es voller Tatendrang zur Streuobstwiese in Burgen. Begutachtet wurden die Pflanzung und die Vitalität der Jungbäume sowie die Sortenwahl. Dann ging es ans Eingemachte: Es wurden die richtige Anbindung gezeigt, Sinn und Zweck einer Baumscheibe erklärt und letztendlich die notwendigen Schnittmaßnahmen an den vorhandenen Jungbäumen demonstriert. „Schnitt und die richtige Pflege gerade in den ersten vier Standjahren sind absolut entscheidend für die Entwicklung zu stabilen und ertragsfähigen Altbäumen“, so der „Streuobstpapst“ des Landes Rheinland-Pfalz Johann Schierenbeck vom DLR R-N-H. Mit seinen zum Teil recht drastischen Schnittmaßnahmen verursachte er bei den Teilnehmern erst ungläubiges Erstaunen, dann aber zustimmendes Nicken.

Aufgrund der großen Resonanz ist für das nächste Jahr ein Altbaumschnittkurs geplant. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben werden.