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„Kultur in Bewegung – Reisen, Handeln und Verkehr“ lautet das Motto des diesjährigen Tages des offenen Denkmals am 12. September 2010. Kaufmannshäuser, Bahnhöfe, Straßen, Kanäle oder historische Verkehrsmittel, historische Orte der Migration und kulturellen Begegnung, deren Architektur von fremden Baumeistern oder Handwerkern beeinflusst wurde, ebenso Kaiserpfalzen, Pilgerwege oder Handelsrouten gehören zum diesjährigen Thema.

Damit steht ein Thema im Zentrum des Denkmaltages, das durch seine Vielseitigkeit besticht. Veränderungen durch neue Einflüsse von außen prägen die Entwicklung unserer Kultur, dass lässt sich auch an historischen Bauwerken erkennen. Wanderhandwerker und fremde Baumeister verbreiteten neues architektonisches Know-how in ganz Europa. Dadurch entstanden neue Stilformen, deren Ideen sich rasch durchsetzten, wie etwa die Gotik im Mittelalter oder die Renaissance und der Barock in der Neuzeit. Durch Händler wurden Waren und Materialien über weite Strecken ausgetauscht. Die oft nur lückenhaft ausgebauten Handelsrouten und schlechten Verkehrsmittel begrenzten aber zugleich auch die neuen Möglichkeiten, so dass zum Beispiel im Mittelalter die gotischen Kathedralen und Repräsentationsbauten dort aus Backstein errichtet wurden, wo Naturstein nicht in ausreichender Menge zu Verfügung stand.

Der Tag des offenen Denkmals mit Führungen und bunten Rahmenprogrammen bietet Interessierten Gelegenheit, einen Blick  hinter sonst verschlossene Türen zu werfen. Im Landkreis Bernkastel-Wittlich beteiligen sich ebenfalls viele Denkmäler mit offenen Türen und Aktionen. Eine Broschüre über die diesjährig gemeldeten Objekte in Rheinland-Pfalz kann bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, Dorothea Kuhnen, Tel. 06571-142204 oder per E-Mail: Dorothea.Kuhnen[at]Bernkastel-Wittlich.de angefordert werden. Alle Veranstaltungen finden Interessierte auch im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

Bausendorf, Ortsteil Olkenbach, Heinzerather Kirche

Malerische Baugruppe mit romanischem Westturm, spätgotischem Chor und kurzem, einschiffigen Langhaus des 16. Jh., geöffnet 10 – 17 Uhr, Führungen stündlich, Veranstaltungen zur 400-Jahr-Feier des Altars aus der Werkstatt von Hans-Ruprecht Hoffmann

Bengel-Springiersbach, Historische Ölmühle, an der B 49

1856 erbaut, bis 1910 Bestandteil der 1731 errichteten Klostermühle Springiersbach; originale Mühlenausstattung heute wieder funktionstüchtig, geöffnet 9 – 18 Uhr, Führungen stündlich

Bernkastel-Kues, Ortsteil Wehlen, Hofgut Stift Kloster Machern, An der Zeltinger Brücke

1084 erstmals erwähnt, 1238 neu gegründet, 1802 aufgehoben; die ehem. Klosterkirche, ein siebenachsiger Saalbau, ist einer der bedeutendsten Kirchenbauten der Zeit um 1700 im Moselland, geöffnet 9 – 18 Uhr, Führung 15 Uhr.

Enkirch, Großmühle, im Großbachtal

Oberschlächtige Wassermühle, heute wieder funktionstüchtige Getreidemühle von 1834, geöffnet 10 – 16 Uhr, Führungen nach Bedarf durch Vereinsmitglieder der „Großbach Mühlengesellschaft Enkirch e.V.“.

Esch, Historisches Burghaus und ehem. Zehntscheune, Römerstraße 4 - 6

Massivbau mit Krüppelwalmdach, der Dachstuhl dendrochronologisch auf 1721/22 datiert, das Gebäude im Kern vermutlich älter. Geöffnet ca. 10 – 16 Uhr, Führungen ca. 10, 13 und 15 Uhr, Ausstellung, Dokumentation

Klausen, Kulturhistorische Wanderung entlang der Gemarkungsgrenze Klausen

Bei der kulturhistorischen Gemarkungswanderung soll ein Teil der Gemarkungsgrenze erwandert und durch ortskundige Historiker das Thema Gemarkungsnamen, Flurnamen sowie interessante Begebenheiten entlang der Gemarkungsgrenze erarbeitet und vorgetragen werden. Die Führung durch den historischen Ortskern stellt den Abtsgarten, das Dominikanerinnenkloster und die Klostergebäude der Augustiner-Chorherren vor, Obwohl das Kloster 1802 aufgehoben wurde, pilgern auch heute noch jährlich bis zu 100.000 Gläubige nach Klausen, der populärsten Pilgerstätte im Moselraum. Alle Führungen starten am Brunnen an der Wallfahrtskirche St. Maria, die an diesem Tag ein Höhepunkt der Wallfahrt nach Klausen ist. Geöffnet  9 – 12 Uhr, Wanderung 9 – 12 Uhr, Führung durch den historischen Ortskern 14 – ca. 16 Uhr.

Kröv, Pfarrhaus St. Remigius, Robert-Schuman-Straße 41

Dreiflüglige Anlage mit stattlichem Wohnhaus mit rundem Treppenturm, 1504 durch die Pfarrgemeinde Kröv erworben. Mauerreste und Ziegelfunde im Keller weisen auf eine römische Hofstelle hin. Geöffnet 14 – 19 Uhr, Führungen 14 – 18 Uhr stündlich jeweils mit abschließender Weinprobe im ehem. Weinkeller, Ausstellung der Kaufurkunde von 1504, Prozessakten, Bilddokumentation der letzten Renovierung.

Meerfeld, Altes Schmiedehaus, Brunnenstraße 21

Im nachbarocken Putzbau von 1789 ist die Kücheneinrichtung vollständig erhalten (Takenheizung mit offenem Kamin, offener Wandschrank, Spülstein und Haushaltsgeräte), in der ehem. Wohnstube ist eine komplette Schmiede eingerichtet, im Obergeschoss eine Schlafstube um 1850; Geräte zur Flachsverarbeitung, geöffnet 14 – 18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Kaffee, Kuchen und Waffeln.

Monzelfeld, Alte Dorfmühle mit heimatkundlicher Sammlung, Mühlenweg 1

Historische Dorfmühle mit funktionsfähigem Mahl- und Rüttelwerk, Bauernstube. Geöffnet 10 – 18 Uhr, Führungen nach Bedarf

Morbach, Schmausemühle, Schmausemühle 2

Funktionstüchtige, von einem kleinen hölzernen Wasserrad angetriebene Ölmühle des 18. Jh., romantisch im Tal gelegen. Geöffnet 10 – 18 Uhr, Führungen nach Bedarf, Herstellung von Rapsöl, am Mittag Suppe mit Wurst, Kaffee und Streuselkuchen aus dem steinernen Mühlenbackofen.

Morbach, Ortsteil Weiperath

„Rota bewegt die Kultur“ Hunsrücker Holzmuseum. Der qualitätvolle klassizistische Putzbau von 1844/45 wurde Anfang des 20. Jh. erweitert; nach der Restaurierung wurde er im Verbund mit einem Bauernhaus zum Hunsrücker Holzmuseum umgenutzt. „Rota“ – das Rad – ist wohl eine der folgenreichsten Erfindungen, es schuf die Voraussetzungen für Maschinen, Technik und Kultur. Zur Ausstellung „Rota“ im Holzmuseum gehört auch der Themenbereich „Räder, die sich drehen, aber nicht rollen“. Das Holzhandwerk des Stellmachers, des Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt, war für die Region eine zentrale und existentielle Tätigkeit. Die Ausstellung beleuchtet auch weitere kulturelle Bezüge wie Symbolik, Sprache, Brauchtum und Spiel und die Bedeutung des Rades in der heutigen Zeit. Geöffnet 10.30 – 17 Uhr, Führung 14 Uhr.

Walholzkirche, im Wiesental zwischen Weiperath und Hunolstein

Gotische, 1760 erweiterte Kirche mit romanischem Turm, geöffnet 12 – 15 Uhr, Führungen nach Bedarf, 17 Uhr Konzert: Zupforchester Lauterbach und Vokalquartett „Sine nomine“, Morbach

Mülheim (Mosel), Ev. Kirche

Saalbau von 1672; an den Emporenbrüstungen 26 Gemälde von Johann Georg Engisch aus Kirn, 1. Hälfte 18. Jh., Orgel von Friedrich und Karl Stumm von 1890. Geöffnet 9 – 18 Uhr, 10 Uhr musikalischer Gottesdienst, Führungen 11 und 16.30 Uhr, 17 Uhr Orgelmusik auf der Stumm-Orgel

Neumagen-Dhron

Nostalgische Erlebniswanderung auf den Spuren des Saufbähnchens. Die Trasse der Moselbahn zwischen Neumagen-Dhron und Trittenheim wurde von 1905 bis 1968 mit Dampfloks der Kleinbahn befahren. Mit Weinerlebnisbegleiterin Marlene Bollig geht es entlang der alten Trasse der Moselbahn auf Spurensuche gemäß dem Zitat aus einem Reiseführer von 1910: „Eine Fahrt auf ihr zählt zu den hervorragendsten landschaftlichen Genüssen, die unser Vaterland zu bieten hat. An dem blinkenden Flusse entlang durch das weinfrohe Land sich fahren zu lassen, ist eine Lust…“. Zeugnisse der alten Eisenbahnidylle sind heute noch der Moselbahnhof von Trittenheim, das erhaltene Viadukt, Reste der Gleisanlagen sowie das ehemalige Bahngelände in Neumagen-Dhron. Diese Relikte werden auf der „Wanderung mit Weinverkostung vorgestellt. Die Tour endet im Info-Pavillon Neumagener Weinschiff. Dort wird es eine kleine Fotoausstellung sowie weitere Informationen zur Moselbahngeschichte geben. Anschließend geht es mit dem Weinschiff, der „Stella Noviomagi“, nach Trittenheim zurück. – Aufgrund der Rückfahrt mit dem „Römerweinschiff“ (17.30 Uhr) muss ein Unkostenbeitrag von 10,-- Euro pro Person (inkl. 2 Weine, Infoblatt) erhoben werden. 14 Uhr ab Moselbahnhof Trittenheim (Parkmöglichkeiten Ortsseite unter der Brücke)

Veldenz, Schloss Veldenz

Stammburg der Grafen und Fürsten von Pfalz-Veldenz. Größte Burganlage der Mittelmosel mit Resten zweier durch Türme verstärkten Toranlagen sowie Wohngebäuden, 1107 bezeugt, 1680 zerstört. 11 – 17 Uhr, Führungen nach Bedarf, Demonstration der Blide (Steinschleuder) durch Rittergruppe. Am Samstagabend, 11.09. Konzert im Rittersaal.

Wittlich, Ehem. Synagoge, Himmeroder Str. 44

Großer Saalbau mit aufwändiger Turmfassade auf hohem Bruchsteinsockel und verputzten Obergeschossen, 1909/10 von Kreisbaumeister Johannes Vienken; Innenraum 1938 zerstört, Instandsetzungen 1975/76 und 1990; in diesem Jahr feiert die Synagoge, das anspruchsvollste Beispiel jüdischer Ritualbauten des frühen 20. Jh. in Rheinland-Pfalz, ihr hundertjähriges Jubläum. 14 – 17 Uhr, Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Wittlich“.