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Wo fehlt ein Radweg, um sicher zur Schule oder Arbeitsstelle zu kommen? Welche Radwege sind nicht optimal, wo fehlen Straßenquerungen, wo gibt es Gefahrenstellen oder sonstige Mängel? Wo fehlen Möglichkeiten, sein Rad abzustellen oder müssen bestehende Anlagen optimiert werden?

Alle diese Informationen können bis 31. Dezember 2022 unter https://tinyurl.com/Radverkehr-Bernkastel-Wittlich eingegeben und kommentiert werden. Hier dürfen auch alle teilnehmen, die bisher noch nicht regelmäßig das Rad nutzen und ihre Hinderungsgründe wie zum Beispiel fehlende oder unsichere Radwege eintragen. Je mehr Hinweise und Wunschrouten es gibt, die sich decken, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es als Maßnahme im Konzept aufgenommen wird.

 

 

Hintergründe, Erläuterung und Zielsetzung

Der Landkreis Bernkastel-Wittlich verfügt aktuell über ein weiträumig gut ausgebautes Netz an Radwegen, das sehr stark an der touristischen Nutzung des Fahrrades orientiert ist. Das Thema Alltags-Radverkehr spielt bei den Bemühungen, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren, eine Schlüsselrolle. Insbesondere für die kurzen und mittleren Pendlerdistanzen bietet das Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel zum Auto viele Vorteile und hat enormes Potential. Spätestens seit der flächendeckenden Verbreitung von E-Bikes ist das Fahrrad auch in bisher topographisch weniger geeigneten Regionen ein durchaus attraktives Verkehrsmittel.

Im laufenden Kreisentwicklungsprozess wurde das Thema Klimaschutz als ein
Handlungsschwerpunkt definiert. Aus Sicht der Kreisentwicklung bietet die Steigerung des Radverkehrs große Potentiale, um den CO²-Austoß im Landkreis und die Zahl der Staus zu verringern. Grundvoraussetzung für eine Bewerbung des Themas Radverkehr von öffentlicher Seite und auch eine Steigerung der Nutzerzahlen ist eine attraktive Rad-Infrastruktur. Hierzu gehören beispielsweise Radwege im klassischen Sinne (gegebenenfalls aber auch Pendlerradrouten) und entsprechende Radabstellanlagen, z. B. an Knotenpunkten mit dem ÖPNV. Aus Sicht der Kreisentwicklung sollte im Rahmen der Erstellung eines kreisweiten Radverkehrskonzeptes im ersten Schritt die aktuelle Situation der Radverkehrsinfrastruktur analysiert werden. Im zweiten Schritt gilt es dann, mögliche Lücken im Radwegenetz, neuralgische Kreuzungspunkte oder Defizite bei den Radabstellanlagen aufzuzeigen. Konkrete Handlungsempfehlungen und -vorschläge sollen das Konzept abschließen.

Das dann vorliegende Konzept sollte für die kommunale Familie die Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen zur Radverkehrsförderung bilden. Damit bietet sich dann auch die Möglichkeit, die Förderangebote von Bund und Land, effektiv nutzen zu können. Auch für die regionale Wirtschaft, vor allem die größeren Industrie- und Gewerbebetriebe, ist die Förderung des Radverkehrs ein wichtiger Standortfaktor. Im Rahmen des betrieblichen Mobilitäts- und Gesundheitsmanagements tragen Radwegeanbindungen und Radabstellmöglichkeiten zur Steigerung der Arbeitsplatzattraktivität und der Mitarbeitergesundheit bei. Daher sollten neue Radrouten, in Abstimmung mit den regionalen Akteuren der Wirtschaft, auch an den Gewerbegebieten der Mittel- und Grundzentren ausgerichtet werden.

Anforderungen, Ziele und Inhalte

In der Fläche wird der Landkreis von einem Netz aus über 492 km Kreisstraßen erschlossen. Hinzu kommen 384 km Landesstraßen und 169 km Bundesstraßen. Es führen 52 Autobahnkilometer durch den Landkreis (A1/ A 60). Die gesamte Zahl der Radwegekilometer ist nicht erfasst, soll aber im Rahmen eines Konzeptes ermittelt werden. Die Anzahl der Fahrzeuge wird über die Zulassungsstelle erfasst. Die Anzahl der Neuzulassungen von Fahrzeugen nimmt weiterhin stetig zu. 75 % der Einwohner im führerscheinfähigen Alter verfügen über einen eigenen PKW (Stand: 2018). Im Rahmen eines Radverkehrskonzeptes soll auch die Anzahl der Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs ermittelt werden.

Im Landkreis Bernkastel-Wittlich befinden sich circa 765 km Radweg unterschiedlicher Klassifizierungen. Da aber sowohl die Stadt Wittlich ein Mobilitätskonzept, die VG Traben-Trarbach ein Mobilitätsentwicklungskonzept und die Einheitsgemeinde Morbach ein Radverkehrskonzept können möglicherweise die bereits erfassten Daten verwendet werden. Ein Radverkehrskonzept ist wichtig, um gezielt und wirkungsvoll diejenigen Maßnahmen umzusetzen, die dem drängendsten Bedürfnis der Nutzerinnen und Nutzer entsprechen.

Folgende Leistungsbausteine sollen im Rahmen des Radwegekonzeptes umgesetzt werden (lt. Musterausschreibung des Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM)):

  1. Netzplanung
  2. Analyse von Unfällen mit Radfahrerbeteiligung
  3. Bestandserfassung und Mängelanalyse
  4. Maßnahmenplanung
  5. Maßnahmenprogramm
  6.  Kostenschätzung und Priorisierung
  7. Beteiligung der Kommunen
  8. Abstimmungen, Berichtswesen und Präsentation
  9. Maßnahmen an klassifizierten Straßen und Berichtswesen
  10. Fahrradparken / Bike + Ride
  11. Exemplarische Maßnahmen
  12. Online-Beteiligung
  13. Auftaktveranstaltung

Auftragnehmer und Zeitraum

Den Auftrag zur Erstellung des Radverkehrskonzeptes hat die Firma Mobilitätswerk GmbH aus Dresden erhalten. Die Erstellung des Konzeptes beginnt ab Oktober 2022 und soll voraussichtlich bis spätestens Ende 2023 abgeschlossen sein.