Fördermittelmanagement
Modellvorhaben des Bundes:
"Absorptionsfähigkeit von Fördermitteln in strukturschwachen Räumen stärken"

Projekt EM(H)*powerment: Stärkung und Verbesserung der Fördermittelakquise im Landkreis Bernkastel-Wittlich
*Eifel|Mosel|Hunsrück
- Bundesprogramm Region gestalten: Absorptionsfähigkeit von Fördermitteln in strukturschwachen Räumen stärken
- Fördermittelgeber: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
- Bewilligungszeitraum: 01.10.2024 – 30.09.2027
- Finanzierung: 100 %
Der Landkreis Bernkastel-Wittlich steht vor zahlreichen strukturellen Herausforderungen bei gleichzeitig geringer Fördermittelabsorption. Mit dem Projekt EM(H)powerment (EMH = Regionen Eifel, Mosel, Hunsrück), basierend auf dem integrierten Kreisentwicklungskonzept, soll diesen Herausforderungen begegnet werden. Eine Umsetzungsstrategie sichert die Operationalisierung der Maßnahmen. Eine Förderlotsen-Stelle und digitale Hilfsmittel ermöglichen effektives Monitoring, fördern interkommunale Kooperationen und bieten Beratung. Schulungen, Ausfüllhilfen und Vorlagen erleichtern die Fördermittelakquise. Klein- und Kleinstgemeinden sowie Vereine, die auf ehrenamtlichen Strukturen basieren, profitieren von einer effizienten Kommunikations- und Organisationsstruktur. Ziel ist es, mehr Fördermittel in die Region zu bringen und die bestehende Zusammenarbeit zu verbessern und handlungsfähiger zu gestalten.
Dabei bestehen die Ziele darin, den Landkreis zu einem attraktiven Wohn-, Lebens- und Arbeitsort zu entwickeln, die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs, Erreichen der Klimaneutralität bis 2035, adäquate Nachbesetzung der offenen Arbeitsstellen, Steigerung der digitalen Kompetenzen und die Positionierung als familienfreundlicher Landkreis zur Bewältigung des demographischen Wandels.
Identifizierte Kernprobleme und zukünftige Herausforderungen umfassen:
Kommunikation und Abstimmung im kommunalen Gefüge: Es besteht Bedarf an verbesserten Kommunikationsstrukturen, um eine effiziente Abstimmung zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen und Gemeinden zu gewährleisten.
Schnellere Handlungsfähigkeit für kurze Bewerbungsfristen: Die bestehenden Prozesse müssen optimiert werden, um schnell auf kurzfristige Fördermöglichkeiten reagieren zu können.
Stärkeres Matching der Förderprogramme und Bedarfe: Es ist erforderlich, die Förderprogramme besser auf die spezifischen Bedürfnisse der Gemeinden abzustimmen.

Weitere Informationen über das Modelprojekt:
Ziel
Die Initiative zielt darauf ab, Fördermittel besser für regionale Zwecke zu nutzen. Statt isolierter Einzelprojekte sollen priorisierte Vorhaben im Sinne einer strategischen Regionalentwicklung finanziert werden.
Basis bilden langfristig ausgerichtete Strategische Regionalentwicklungskonzepte (SREK) oder vergleichbare Grundlagen, in denen regionale Handlungsschwerpunkte definiert sind. Operationalisiert werden diese in kurzfristig ausgerichteten Strategischen Regionalen Operativen Programmen (SROP), die als Grundlage für Projektentwicklung, Antragstellung und den Aufbau von Fördermanagementstrukturen dienen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau von Beratungsstrukturen sowie deren Verstetigung. Hierfür erarbeiten die Regionen Konzepte zur Erfolgsmessung, um die Wirkung ihrer Arbeit sichtbar zu machen und die aufgebauten Kümmererstrukturen über den Förderzeitraum hinaus zu sichern.
Konzept und Umsetzung
Die Initiative verfolgt einen systematischen Ansatz zur Professionalisierung der regionalen Fördermittelakquise. In allen zwölf Modellvorhaben wurden strategische und organisatorische Grundlagen geschaffen, die operative Umsetzung und langfristige Verstetigung ermöglichen.
Eine Forschungsassistenz unterstützt die Vorhaben durch Vernetzung, Schulungen und individuelle Prozessbegleitung.
Drei zentrale Bausteine:
- Strategische Ausrichtung der Fördermittelakquisition
Die SROP dienen als kurzfristige Umsetzungsinstrumente der nächsten ein bis zwei Jahre der langfristigen SREK-Strategien, die auf zehn bis 15 Jahre angelegt sind. Sie konkretisieren und priorisieren Projekte – inklusive Aussagen zu Trägern, Förderzugängen und Umsetzungsschritten. Sie ermöglichen eine strukturierte Projektentwicklung und strategische Kommunikation gegenüber Politik und Verwaltung. Vorgesehen ist eine regelmäßige Fortschreibung; einige Regionen nutzen das Instrument bereits als lebendige Dokumente. In der ersten Jahreshälfte 2026 erfolgt eine Evaluierung durch die Forschungsassistenz. - Aufbau von Fördermanagement- und Verstetigungsstrukturen
Alle Modellvorhaben haben Fördermittelmanagementstrukturen mit entsprechenden Personalstellen aufgebaut. Diese führen Aktivitäten wie Kompetenzaufbau in Verwaltungen, Netzwerkarbeit, Fördermittellabore und konkrete Antragstellungen durch. Zur Begleitung wird eine regionale Erfolgsmessung implementiert: Jedes Modellvorhaben erarbeitet eine Bewertungsübersicht, die quantitative Kennzahlen (eingereichte/bewilligte Anträge, eingeworbene Mittel) mit qualitativen Einschätzungen (Netzwerkqualität, Zufriedenheit der Arbeit) verbindet. - Projektantragstellung
Die konkrete Antragstellung steht im Fokus, um Fördermittel dauerhaft für die strategische Regionalentwicklung zu nutzen. Erste Erfolge sind zu verzeichnen: Viele Regionen haben bereits Anträge auf den Weg gebracht und bewilligt bekommen; in anderen sind Anträge in Vorbereitung.
Quelle: Projektwebseite BBSR https://www.region-gestalten.bund.de/Region/DE/vorhaben/Absorption/absorptionsf%C3%A4higkeit-staerken.html?nn=1236132
Weitere Projektnehmer in dem Modellvorhaben: (weitere Informationen zu allen Vorhaben):
- Landkreis Altenburger Land (Thüringen): Progressives Altenburger Land
- Stadt Friedrichstadt (Schleswig-Holstein): Steuerung Friedrichstadt: Wie können Bedarfsgemeinden mit limitierten Ressourcen das regionale Förderscouting-System in Nordfriesland optimal nutzen?
- Landkreis Kronach (Bayern): Absorptionsfähigkeit im ländlichen Raum stärken - Hochschule und Region Hand in Hand: Cranach Campus Communities (CCC)
- Landkreis Kusel (Rheinland-Pfalz): Alte Welt – neue Wege. Fit für die Zukunft dank interkommunalem Fördermittelmanagement
- Landkreis Lüchow-Dannenberg (Niedersachsen): Integriertes Fördermittelmanagement Lüchow-Dannenberg zur zukunftsorientierten Entwicklung
- Landkreis Northeim (Niedersachsen): Interkommunales Projekt- und Fördermanagement "Aktive Innenentwicklung"
- Landkreis Prignitz (Brandenburg): Prignitzer Fördermittelmanagement (PRIFÖMAN)
- Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest (Niedersachsen): Naturpark Wildeshauser Geest
- Wartburgkreis (Thüringen) und Landkreis Hersfeld-Rotenburg (Hessen): Absorption von Fördermitteln in die Kaliregion und die Landkreise Wartburgkreis und Hersfeld-Rotenburg
- Oberzentrum Südthüringen (Stadt Suhl) (Thüringen): Absorption von Fördermitteln zur Entwicklung des Oberzentrums Südthüringen
- Gemeinde Wiesenburg/Mark (Brandenburg): "Ohne jemand, kommt nichts und niemand"