Die Bereitstellung offener Daten (Open Data) durch die öffentliche Verwaltung bietet einen hervorragenden Hebel, um die Entwicklung ländlicher Räume voranzutreiben und offene Verwaltungsdaten besser nutzbar zu machen.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert mit dem Programm „Land.Open.Data“ modellhafte Projekte, die den Zugang zu kommunalen Daten verbessern und eine offene, transparente Datenkultur im ländlichen Raum fördern. Ziel ist es, digitale Innovationen und datenbasierte Entscheidungen in Kommunen zu stärken. Gefördert wird die Konkretisierung von Projektideen, nicht deren Umsetzung. Es geht darum, bestehende Datenpotenziale in Kommunen nutzbar zu machen und Ideen für datenbasierte Lösungen. Ziel sind übertragbare Modellkonzepte, die als Grundlage für spätere Umsetzungsförderungen dienen können.
Jetzt ist die Arbeit der Projekte im Ideenwettbewerb Land.OpenData, der über das BULEplus gefördert wird, offiziell gestartet. Am 21. Januar übergab die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Engl-hardt-Kopf beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2026 in Berlin offiziell die Förderzusagen an acht Projekte, die nun mit insgesamt rund 330.000 Euro gefördert werden. Die Projekte haben ein Jahr Zeit, ihre Konzepte zur Nutzung offener Daten voranzutreiben und somit einen weiteren Schritt in die digitale Zukunft zu gehen.
Für den Landkreis Bernkastel-Wittlich nahm GIS-Administrator Stephan von St. Vith die Förderurkunde in Berlin in Empfang. Er hat zusammen mit einer Kollegin den Projektantrag in 2024 gestellt und zeichnet auch nun für die Umsetzung des Projektes verantwortlich.
Die geförderten Projekte decken ein breites Themenspektrum ab, z. B. zu touristischen Daten, Haushaltsdaten oder Sensordaten. Die Projektidee des Landkreises Bernkastel-Wittlich sieht vor, die im Rahmen des Zukunfts-Check Dorf erhobenen (Geo-)Daten (z. B. zu Infrastruktur, Bevölkerungsentwicklung, Leerständen) digital, strukturiert und öffentlich zugänglich zu machen. Ziel ist eine transparente, datenbasierte und bürgernahe Dorfentwicklung. Durch das Projekt soll die Dorferneuerung digital unterstützt, Transparenz geschaffen und die Teilhabe der Bevölkerung an Entwicklungsprozessen gestärkt werden. Das Vorhaben dient als Pilotprojekt und kann perspektivisch auf weitere Kommunen in Rheinland-Pfalz übertragen werden.
Ziele:
- Gemeinderäte sollen eine verlässliche Datenbasis für die Dorfentwicklung erhalten.
- Gemeinden, Bürger und Unternehmen erhalten zugängliche Karten- und Informationsangebote, z. B. auf Gemeindehomepages.
- Es soll ein Frühwarnsystem für problematische Entwicklungen entstehen (z. B. Sichtbarmachung von Leerstand, Bevölkerungsrückgang etc.).
- Förderung von Bürgerbeteiligung, Transparenz und Innovation durch offene Daten und Crowdsourcing.
- Daten sollen in das Landesportal open.rlp.de integriert werden
Nutzen:
- Effizienzsteigerung in der Verwaltung (v. a. Gemeinderäte) durch vereinfachten Datenzugriff.
- Transparenz und Bürgernähe: alle Dorfdaten leicht abrufbar und nutzbar.
- Wirtschaftliche Vorteile für Planungsbüros, Architekten und Unternehmen durch zentrale Datengrundlagen.
- Modellcharakter für andere Kommunen in Rheinland-Pfalz, die auch mit dem Projekt Zukunfts-Check-Dorf unterwegs sind – übertragbares Konzept.
Ansprechpartner in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich ist Stephan von St. Vith, 06571 142316, Stephan.vonStVith@Bernkastel-Wittlich.de.
Weitere Informationen findet man in der Pressemitteilung des Kompetenzzentrum Ländliche Entwicklung in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung https://land-zukunft.de/aktuelles/news-und-events/neuigkeiten/landopendata-bescheiduebergabe/ und auf der Projektwebseite https://land-zukunft.de/foerdermassnahmen/landopendata/
