Am 28. Februar 2026 veranstaltete die Untere Naturschutzbehörde zusammen mit der Vertragsnaturschutzberatung des Landkreises Bernkastel-Wittlich und der Ortsgemeinde Klausen einen ganztägigen Grundkurs zum Schnitt von Obstbäumen.
Insgesamt 25 Teilnehmer wurden an diesem Tag von Thomas Schneiders unterrichtet. Geschult wurde der sachgerechte Schnitt von Obstbäumen. Ziel des Kurses war es extreme Schnittmaßnahmen und die damit verbundenen negativen Auswirkungen in den Folgejahren zu vermeiden. Anhand von Beispielen wurde im Theorieteil erklärt, wie Fehlschnitte und Kappungen zu starken Austrieben führen können und welche Schnitte die Lebensdauer der Bäume durch Begünstigung von Pilzbefall verkürzen. Die Kursteilnehmer erlernten im Praxisteil wie man Obstbäume einfach, naturgemäß und baumschonenden schneiden kann, ohne dass mehrere Jahre falschen Eingriffs korrigiert werden müssen.
Bei sonnigem Frühlingwetter fand ein reger Austausch zwischen den Kursteilnehmern auf der Obstwiese statt. Die Begeisterung für das Thema Streuobst und Streuobstschnitt ist in unserem Landkreis nach wie vor hoch, sodass für das kommende Jahr weitere Kursangebote in Planung sind.
Streuobstwiesen prägen die Kulturlandschaft vor unseren Haustüren und stellen einen unvergleichbaren Hotspot der Artenvielfalt dar. Sie beheimaten nicht nur eine Vielzahl an Pflanzen und Tieren, sondern sind auch ein Reservoir der heimischen genetischen Obstsortenvielfalt, welches in Zeiten des Klimawandels zunehmend an Bedeutung gewinnt. So sind beispielsweise der Trierer Weinapfel und die Pleiner Mostbirne verbreitete regionale Obstsorten in unserm Landkreis. Sie wachsen hier seit Jahrhunderten, sind dadurch an unser Regionalklima angepasst und somit wahrscheinlich in der Lage den Herausforderungen, die der Klimawandel an den Obstbau stellt, standzuhalten. Dies zeigt, wie wichtig es ist die vorhandenen Streuobstbestände als Biotope durch einen angepassten Schnitt zu pflegen und dauerhaft zu erhalten.
