Geoinformationssysteme (GIS) sind aus einer modernen Verwaltungsinfrastruktur nicht mehr wegzudenken. Neben schnellen grafischen Darstellungen von Sachverhalten ermöglichen Geoinformationssysteme besonders die räumliche Analyse von Sachverhalten und tragen so zu einer Effizienzsteigerung bei. Geoinformationssysteme stellen somit das Werkzeug zur professionellen Verarbeitung und Verwaltung von Geo-informationen dar.
In der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich fand nun das Treffen der GIS-Beauftragten der rheinland-pfälzischen Landkreise statt, um sich über den aktuellen Stand der Geoinformation, Herausforderungen in der täglichen Arbeit und gemeinsame Zukunftsthemen auszutauschen.
Im Mittelpunkt des Treffens stand das persönliche Kennenlernen sowie der fachliche Austausch über die vielfältigen Aufgaben der GIS-Beauftragten. Die Teilnehmenden stellten ihre jeweiligen Systeme, Projekte und Fragestellungen vor – von der Bereitstellung kommunaler Geodaten über die digitale Aufbereitung von Bebauungsplänen bis hin zur Einführung und Nutzung des Standards XPlanung. Dabei wurde deutlich, dass GIS und Geodateninfrastrukturen in den Landkreisen eine immer größere Rolle spielen, deren Potenziale aber vielerorts noch nicht vollständig ausgeschöpft werden. Personelle Ressourcen, technische Heterogenität und steigende Anforderungen an die Datenbereitstellung zählen zu den zentralen Herausforderungen.
Dr. Stefan Ostrau, Digitalisierungsbeauftragter des Kreises Lippe und Vertreter des Deutschen Landkreistages im Lenkungsgremium der Geodateninfrastruktur Deutschland gab einen Impuls zu den strategischen Entwicklungen im Bereich Geodateninfrastruktur, Digitaler Zwilling und Organisation von GIS-Strukturen. Er betonte, dass moderne Verwaltungen nur dann handlungsfähig bleiben, wenn Geodaten strukturiert, interoperabel und nachhaltig bereitgestellt werden und die GIS-Beauftragten hierfür eine zentrale Rolle einnehmen. Die Organisatoren Marcel Kämmer (Landkreis Bad Dürkheim) und Stephan von St. Vith (Landkreis Bernkastel-Wittlich) zeigten sich sehr zufrieden mit dem offenen Austausch. Die nächste Sitzung findet im Frühjahr 2026 online statt.
Das GIS im Landkreis Bernkastel-Wittlich wird kontinuierlich weiterentwickelt und dient als zentrale Grundlage für raumbezogene Entscheidungen im Landkreis. Bürgerinnen und Bürger profitieren seit 2024 zusätzlich von dem neu aufgebauten Geoportal des Landkreises (www.geoportal.bernkastel-wittlich.de), das zahlreiche interaktive Kartenanwendungen bereitstellt – darunter Themen wie Umwelt- und Naturschutz, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Pflege, Energie, Demographie, touristische Angebote oder Bauleitplanung. Das Portal ermöglicht es der Öffentlichkeit, Geodaten intuitiv zu erkunden und erleichtert damit Transparenz, Bürgerinformation und Verwaltungskommunikation. Der GIS-Administrator des Landkreises, Stephan von St. Vith durfte das Geoportal und weitere Online-Karten und Apps im November auf der europaweit größten GIS-Konferenz in Bonn vorstellen und zeigte so die modernen Möglichkeiten des eingesetzten Systems.
Ansprechpartner ist Stephan von St. Vith, Stephan.vonstvith@Bernkastel-Wittlich.de, 06571 14-2316.
