Kreisentwicklung

Erster Prozessworkshop im Projekt „Land.Open.Data – Dein Dorf – Deine Daten“


Wie können vorhandene Daten aus den Ortsgemeinden künftig besser genutzt werden, um kommunale Entscheidungen zu unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Landkreis Bernkastel-Wittlich im Projekt „Land.Open.Data – Dein Dorf – Deine Daten“. Ziel des Projektes ist es, ein Konzept für ein digitales Dorferneuerungsportal zu entwickeln. Darin sollen unter anderem Daten aus dem Zukunfts-Check Dorf gebündelt, strukturiert und besser zugänglich, nutzbar und fortschreibbar gemacht werden.

Mitte Juni fand hierzu der erste Workshop zum Thema „Prozessanalyse und Vorbereitung Dateninventur“ statt. Teilgenommen haben Vertreter der Verbandsgemeinden Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues, Ortsbürgermeister und Vertreter der Ortsgemeinden Burgen, Kinderbeuern und Wintrich sowie der Dorferneuerungsbeauftragte und der Teamleiter des Teams Bauen der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich. Der Workshop wurde im Wesentlichen von den mit der Konzeptumsetzung beauftragten Büros Zentrum für digitale Entwicklung GmbH und KI-P GmbH durchgeführt.

Zu Beginn führte Stephan von St. Vith, Projektleiter bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, in die Hintergründe und Zielsetzungen des Projektes ein. „Dein Dorf – Deine Daten“ knüpft an die umfangreichen Bestandsaufnahmen aus dem Zukunfts-Check Dorf an. In vielen Ortsgemeinden wurden in den vergangenen Jahren Daten zu Themen wie Bevölkerungsentwicklung, Leerständen, Baulücken, Infrastruktur, Umwelt, Mobilität und Daseinsvorsorge erhoben. Diese Daten sollen künftig nicht mehr nur in Konzepten abgelegt sein, sondern als Arbeitsgrundlage für Ortsgemeinden, Verwaltungen, politische Gremien und perspektivisch auch für Bürger besser nutzbar werden.

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, welche Informationen Ortsgemeinden und Verwaltungen in konkreten Entscheidungsprozessen benötigen, wo diese Informationen bereits vorliegen und wie sie künftig besser verfügbar gemacht werden können. Als praktisches Beispiel wurde der Prozess „Baugenehmigung nach dem sogenannten Bauturbo gemäß § 246e BauGB“ betrachtet. Gerade bei Fragen der Wohnraumschaffung, Nachverdichtung oder Aktivierung von Leerständen müssen in kurzer Zeit zahlreiche fachliche und kommunale Belange bewertet werden.

Der Workshop machte deutlich: Auch wenn Verfahren beschleunigt werden sollen, bleiben die fachlichen Anforderungen bestehen. Aspekte wie Naturschutz, Wasserrecht, Denkmalschutz, Erschließung, nachbarliche Belange und kommunale Entwicklungsziele müssen weiterhin berücksichtigt und abgewogen werden. Umso wichtiger ist es, dass vorhandene Informationen schnell auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Dazu gehören beispielsweise Dorferneuerungskonzepte, Innenentwicklungskonzepte, Leerstandsdaten, Geodaten, Fachinformationen sowie vorhabenbezogene Unterlagen.

Gemeinsam wurden Prozessschritte, beteiligte Rollen sowie benötigte und entstehende Informationen betrachtet. Außerdem wurde diskutiert, welche Anwendungen, Fachverfahren oder sonstigen Werkzeuge im Prozess genutzt werden und wo Informationen noch außerhalb digitaler Fachanwendungen ausgetauscht werden. Damit wurde eine wichtige Grundlage für die nächste Projektphase gelegt: die strukturierte Dateninventur.

In den kommenden Monaten werden die Ergebnisse des Workshops ausgewertet und in die weitere Konzepterstellung einbezogen. Nach den Sommerferien soll ein ergänzender Workshop zum Thema „Dateninventur“ folgen. Dabei wird untersucht, welche Daten bereits vorhanden sind, welche Qualität sie haben, wer für ihre Pflege zuständig ist und wie sie künftig sinnvoll bereitgestellt werden können.

Das Projekt „Dein Dorf – Deine Daten“ wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung gefördert.