Vormundschaften

Informationsveranstaltung zu ehrenamtlichen Vormundschaften stößt auf positive Resonanz


Wie wichtig verlässliche Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen sind, wurde bei der Informationsveranstaltung zum Thema ehrenamtliche Vormundschaften am 11. Juni 2026 in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich deutlich. Interessierte Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über die verantwortungsvollen Aufgaben eines ehrenamtlichen Vormunds zu informieren und mit Fachkräften ins Gespräch zu kommen.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte die Koordinatorin für ehrenamtliche Vormundschaften, Bettina Schmitz, die rechtlichen Grundlagen sowie die vielfältigen Aufgaben ehrenamtlicher Vormünder vor. Dabei wurde deutlich, dass diese eine wichtige Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen übernehmen, wenn Eltern die elterliche Sorge ganz oder teilweise nicht ausüben können. Neben der Vertretung in rechtlichen Angelegenheiten geht es vor allem darum, die Interessen der jungen Menschen zu vertreten und ihnen als verlässliche Ansprechperson zur Seite zu stehen.

Besonderes Interesse galt den praktischen Einblicken in die Tätigkeit. Amtsvormund Sophie Göbel berichtete im Interview mit der Koordinatorin von ihren Erlebnissen und Erfahrungen. Die Teilnehmer erfuhren, welche Entscheidungen häufig getroffen werden müssen, welche Herausforderungen auftreten können und welche Bedeutung eine vertrauensvolle Beziehung für die Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen hat. Fragen zu zeitlichem Umfang, rechtlichen Rahmenbedingungen und den persönlichen Voraussetzungen für die Übernahme einer ehrenamtlichen Vormundschaft wurden beantwortet. Emotional wurde es, als Sophie Göbel von ihren schönsten Erlebnissen als Vormund berichtete.

Bei den Teilnehmern sorgten einige Informationen für neue Perspektiven. „Mir war gar nicht bewusst, dass man eine ehrenamtliche Vormundschaft auch gemeinsam als Ehepaar übernehmen kann. Ich finde das eine tolle Möglichkeit, Verantwortung zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen“, berichtete eine Teilnehmerin.

Auch wurde deutlich, warum es ehrenamtliche Vormünder braucht: Im Landkreis Bernkastel-Wittlich leben aktuell über 255 Kinder, für die nicht ihre Eltern, sondern Vormünder beziehungsweise Pfleger wichtige Entscheidungen treffen. In einem sind sich diese Kinder einig: Ihr Vormund sollte genug Zeit für sie haben. Hier kommt dem Ehrenamt eine besondere Bedeutung zu: Während Amtsvormünder für bis zu 50 Kinder verantwortlich sein können, übernehmen ehrenamtliche Vormünder in der Regel nur für ein Kind oder ein Geschwisterpaar die Vormundschaft. „Ein ehrenamtlicher Vormund kann für ein Kind den entscheidenden Unterschied machen“, betonte Bettina Schmitz. „Schon die Gewissheit, dass sich jemand Zeit nimmt und dauerhaft an ihrer Seite steht, gibt vielen Kindern Halt und Orientierung.“

Die Veranstaltung zeigte, dass es in der Bevölkerung ein hohes Interesse gibt, sich für junge Menschen zu engagieren und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Das erfreuliche Ergebnis: alle Teilnehmer nahmen weiterführende Informationen mit und signalisierten Interesse an einer möglichen Tätigkeit als ehrenamtlicher Vormund.

Die Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Vormundschaften begleitet Interessierte umfassend auf ihrem Weg – von der ersten Information über Schulungen bis hin zur fachlichen Beratung während der gesamten Vormundschaft. Besondere Vorkenntnisse sind seitens der Interessierten nicht erforderlich.

Wer sich für dieses Ehrenamt interessiert, kann jederzeit Kontakt aufnehmen mit der Koordinierungsstelle für Ehrenamtliche Vormundschaften, Bettina Schmitz, 06571 14-2136, Vormund-Ehrenamt@Bernkastel-Wittlich.de.

Weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema finden Interessierte unter www.bernkastel-wittlich.de/landkreis/ehrenamtliche-vormundschaft.