Manche Kinder und Jugendliche erleben schon früh, wie unsicher das Leben sein kann. Krisen in der Familie, Flucht oder andere schwere Schicksalsschläge nehmen ihnen das, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: Sicherheit, Orientierung und verlässliche Unterstützung durch eine erwachsene Bezugsperson. Was ihnen oft fehlt, ist ein Mensch, der an ihrer Seite steht – jemand, der zuhört, begleitet, stärkt und ihnen zeigt: Du bist nicht allein.
Genau hier kommen ehrenamtliche Vormünder ins Spiel. Sie übernehmen Verantwortung, wenn Eltern dazu nicht in der Lage sind, und können zu einer wichtigen Bezugsperson im Leben eines jungen Menschen werden. Sie treffen Entscheidungen und sind ein zuverlässiger Begleiter in einer Zeit, die oft von Unsicherheit geprägt ist. Dabei geht es nicht nur um rechtliche Aufgaben – es geht auch um Vertrauen und Verlässlichkeit.
Die Aufgaben eines ehrenamtlichen Vormunds sind vielfältig und verantwortungsvoll. Sie vertreten das Kind in rechtlichen Angelegenheiten, stehen im Kontakt mit Schulen, Ärzten und Behörden und begleiten wichtige Lebensentscheidungen – etwa in Bezug auf die schulische Entwicklung, gesundheitliche Maßnahmen oder den Aufenthaltsort. Das Familiengericht entscheidet, ob entweder eine Übertragung der gesamten elterlichen Sorge auf einen Vormund erfolgt oder ob einzelne Teilbereiche im Rahmen einer sogenannten Pflegschaft übertragen werden.
In der Regel leben Vormünder nicht mit dem Kind zusammen, stehen jedoch in engem Austausch mit seinen Betreuungspersonen, wie z. B. Pflegefamilien oder Betreuungseinrichtungen, und im Kontakt mit den Eltern. Um dem Auftrag gerecht zu werden, braucht es Fähigkeiten und Ressourcen wie Empathie, Durchhaltevermögen, Zeit, Entscheidungsvermögen und Kooperationsbereitschaft.
Ein ehrenamtlicher Vormund kann für ein Kind den entscheidenden Unterschied machen. Jemand, der Mut macht, der Türen öffnet und der hilft, neue Perspektiven zu entwickeln. Studien und Erfahrungen zeigen: Kinder und Jugendliche, die eine stabile Bezugsperson haben, finden leichter ihren Weg und können trotz schwieriger Startbedingungen positiv in die Zukunft blicken.
Um diese anspruchsvolle Aufgabe meistern zu können, begleitet und unterstützt die Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Vormundschaften im Landkreis Bernkastel-Wittlich von Anfang an – mit Schulungen, Beratung und persönlichem Austausch vor und während der Vormundschaft. Besondere Vorkenntnisse sind seitens der Interessierten nicht erforderlich.
In der Informationsveranstaltung am 11. Juni 2026 um 18:00 Uhr in der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich erhalten Interessierte einen umfassenden Einblick in die Aufgaben und Rahmenbedingungen dieser verantwortungsvollen Tätigkeit. Zudem haben sie die Möglichkeit, Ihre Fragen direkt im Austausch mit Fachkräften und erfahrenen Vormündern zu klären. Wer sich für Kinder und Jugendliche einsetzen und Verantwortung übernehmen möchte, ist herzlich eingeladen, sich unverbindlich zu informieren.
Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist bei der Koordinierungsstelle für ehrenamtliche Vormundschaften, Bettina Schmitz, 06571 14-2136, Vormund-Ehrenamt@Bernkastel-Wittlich.de möglich. Weitere Informationen zu diesem wichtigen Thema finden Interessierte unter www.bernkastel-wittlich.de/landkreis/ehrenamtliche-vormundschaft.