Katastrophenschutz

Erstes Treffen der Alarm- und Einsatzplaner im Landkreis Bernkastel-Wittlich gestartet


Mit einem klaren Auftrag und einem gemeinsamen Ziel haben sich am 22. April 2026, erstmals die Ansprechpartner für die Alarm- und Einsatzplanung der Stadt Wittlich, der Einheitsgemeinde Morbach und den Verbandsgemeinden mit den Verantwortlichen der Kreisverwaltung zu einer offiziellen Auftaktveranstaltung getroffen. Die Runde markiert den Beginn einer neuen, kreisweit abgestimmten Zusammenarbeit, die künftig die Alarm- und Einsatzplanung auf ein einheitliches, praxisnahes Fundament stellen soll.

Hintergrund des neuen Formats sind die aktuellen Vorgaben des novellierten Landesgesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (LBKG). Das Land Rheinland-Pfalz fordert darin die abgestimmte Umsetzung beziehungsweise Aktualisierung der Rahmenalarm- und Einsatzpläne durch die Gemeinden und Landkreise. Diese Pläne bilden die Grundlage, um bei größeren Schadenslagen schnell, koordiniert und wirksam handeln zu können.

Besonders wichtig ist dabei die Zuordnung eines Einsatzes in insgesamt fünf Alarmstufen: Übersteigen Art und Umfang eines Ereignisses die Möglichkeiten einer Gemeinde, so wird sie durch die Nachbargemeinden und Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises unterstützt. Ab der Alarmstufe 4 wechselt die operativ-taktische Einsatzleitung dann in den Verantwortungsbereich des Landkreises.

Genau an dieser Schnittstelle soll die neue, gemeinsame Planung künftig für Klarheit, Einheitlichkeit und reibungslose Abläufe sorgen.

Der Landkreis übernimmt die Federführung im Prozess. Die Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen verständigten sich beim Auftakt darauf, dass die künftigen Alarm- und Einsatzpläne nicht nur formal den gesetzlichen Anforderungen entsprechen sollen. Sie sollen vor allem praxisnah, einheitlich gegliedert und tatsächlich einsatzrelevant sein.

Im Fokus stehen Schadenslagen, die in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen haben wie großflächige Wald- und Vegetationsbrände, Hochwasser- und Starkregenereignisse, länger andauernde Stromausfälle oder Eisenbahn- und Gefahrgutunfälle. Um solche Einsatzlagen sicher koordinieren zu können, ist ein verlässlicher Informationsaustausch entscheidend. Deshalb vereinbarten die Teilnehmenden, künftig auch vorhandene Sondereinsatzmittel wie etwa die spezielle Technik zur Vegetationsbrandbekämpfung systematisch zu erfassen und die Informationen darüber gegenseitig verfügbar zu machen.

Bereits Mitte Mai folgt das nächste Arbeitstreffen. Dann steht der „Alarm- und Einsatzplan Waldbrand (Vegetationsbrand)“ im Mittelpunkt. Ziel ist es, ein gemeinsames Vorgehen zu entwickeln, das sowohl die örtlichen Besonderheiten als auch die kreisweiten Ressourcen berücksichtigt.

Die Teilnehmenden waren sich zum Abschluss des ersten Treffens einig: Die neue Form der Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt, um die Gefahrenabwehr im Landkreis Bernkastel-Wittlich zukunftsfest aufzustellen und im Ernstfall schnell, abgestimmt und wirkungsvoll handeln zu können.