Besuch aus dem reisenden Handwerk erhielt Landrat Andreas Hackethal jetzt im Kreishaus in Wittlich: Der Zimmerergeselle auf der Walz Gunnar Bude machte im Rahmen seiner Wanderschaft Station bei der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich.
Dabei überbrachte er die Grüße des reisenden Handwerks und bat um das amtliche Siegel der Kreisverwaltung. Dieses diente ursprünglich den wandernden Handwerksgesellen als Nachweis ihrer Stationen und sollte Arbeit und Aufenthalt vor Ort erleichtern. Rechtlich erforderlich ist ein solches Siegel heute zwar nicht mehr, die jahrhundertealte Tradition wird jedoch vielerorts weiterhin gepflegt.
Die Walz, auch als traditionelle Wanderschaft bezeichnet, gehört zu den ältesten Bräuchen des Handwerks. Nach Abschluss der Ausbildung gehen Gesellinnen und Gesellen auf Reisen, um praktische Erfahrungen zu sammeln, neue Arbeitsweisen kennenzulernen und verschiedene Regionen zu entdecken. Nach alter Tradition dauert die Walz mindestens drei Jahre und einen Tag. Während dieser Zeit gelten feste Regeln und Bräuche, die je nach Handwerk und Zusammenschluss der Wandergesellen variieren. So bewegen sich die Reisenden üblicherweise nur mit geringem persönlichen Besitz, ohne eigenes Fahrzeug und bleiben für eine festgelegte Zeit vom Heimatort entfernt.
Landrat Andreas Hackethal freute sich über den Besuch und den Austausch über das traditionsreiche Brauchtum der Walz.
