Abfall

A.R.T. investiert 70 Millionen Euro in neue Sortiertechnik im Trierer Hafen


Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) stellt gemeinsam mit seinen Tochtergesellschaften die Weichen für die Zukunft der Wertstoffsortierung: Im Trierer Hafen soll ein neuer, hochmoderner Standort für die Sortierung von Leichtverpackungen (LVP) entstehen. Rund 70 Millionen Euro sollen insgesamt in das zukunftsweisende Projekt investiert werden. Die neue Anlagentechnik wird die seit 30 Jahren erfolgreich betriebene alte Sortierhalle ersetzen, die zunehmend an ihre technischen Grenzen stößt. Die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen wurden bereits mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Eine wichtige Entscheidung auf dem Weg zur Realisierung des Projektes hat die Verbandsversammlung des A.R.T. in ihrer Sitzung am 19. August 2026 getroffen: Sie fasste den Grundsatzbeschluss am Standort Trierer Hafen in neue Sortiertechnik zu investieren und stimmte auch dem vorgesehenen Erwerb eines Nachbargrundstücks am bestehenden Standort im Trierer Hafen zu. Damit werden die notwendigen räumlichen Voraussetzungen für die weitere Planung und Umsetzung geschaffen.

Die neue Sortieranlage soll durch die Verso GmbH, eine Tochtergesellschaft des A.R.T., errichtet und betrieben werden. Wie bereits heute werden am Standort Leichtverpackungen im Auftrag der Dualen Systeme sortiert. Die angelieferten Mengen stammen dabei nicht ausschließlich aus der Region Trier, sondern auch aus anderen Teilen Deutschlands.

Mit dem Neubau reagiert der A.R.T. auf deutlich steigende Anforderungen an die Sortierung und Verwertung von Verpackungsabfällen gemäß europäischer Verpackungsverordnung (auch PPWR) und dem nationalen Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Insbesondere die Vorgaben für Kunststoffe und Verpackungen erhöhen den Druck, Wertstoffe möglichst sortenrein aus den gesammelten Gemischen zurückzugewinnen und für ein hochwertiges Recycling bereitzustellen.

Die neue Anlage soll deshalb technisch darauf ausgelegt werden, unterschiedliche Wertstofffraktionen noch gezielter zu erkennen, voneinander zu trennen und den jeweiligen Verwertungswegen zuzuführen. Zugleich ermöglicht die moderne Sortiertechnik eine effizientere Steuerung der Stoffströme. So können mehr Wertstoffe zurückgewonnen, Rohstoffe möglichst lange im Kreislauf gehalten und ökologische Belastungen reduziert werden. Gleichzeitig lassen sich die vorhandenen wirtschaftlichen Potenziale besser nutzen.

„Die neue Sortiertechnik ist eine gezielte Investition in die Zukunft unseres Standortes und zugleich in eine moderne Kreislaufwirtschaft, die Wertstoffe konsequent zurückgewinnt und wertvolle Ressourcen schont“, erklärt Verbandsdirektor Max Monzel. „Die Anforderungen an die Rückgewinnung und Qualität von Wertstoffen werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Darauf wollen und müssen wir uns frühzeitig einstellen“, ergänzt Lukas Thömmes, Geschäftsführer der Tochtergesellschaft im Trierer Hafen.

Der Standort im Trierer Hafen bietet für den Betrieb einer modernen Sortieranlage wichtige personelle und infrastrukturelle Voraussetzungen. Mit der geplanten Erweiterung sollen künftig auch die innerbetrieblichen Abläufe und die Logistik optimiert werden. Ziel ist es, Anlieferung, Sortierung und Abtransport der gewonnenen Wertstoffe effizienter aufeinander abzustimmen und somit eine leistungsfähigere und flexiblere Logistik am Standort zu schaffen.

Die Ersatzinvestition von insgesamt rund 70 Millionen Euro wird durch den Zweckverband A.R.T. sowie seiner Tochtergesellschaft A.R.T.-VerSo GmbH finanziert. Dieses Projekt zählt damit, neben dem 50-Millionen-Euro-Bau einer Vergärungsanlage in Bitburg, zu den bedeutendsten Investitionsvorhaben des A.R.T. in den kommenden beiden Jahren.

Nach dem Grundsatzbeschluss folgen nun die weiteren Planungsschritte. Über den konkreten Zeitplan, die technische Ausgestaltung und weitere Eckdaten des Projektes wird der A.R.T. im weiteren Projektverlauf informieren.