Seit 2018 werden im Zukunfts-Check Dorf gemeinsam mit Einwohnern, Arbeitskreisen und Gemeinderäten Daten zu Themen wie Bevölkerungsentwicklung, Leerständen, Infrastruktur, Mobilität und Daseinsvorsorge erhoben. So ist ein wertvoller Datenbestand entstanden. Die Informationen liegen jedoch häufig verteilt oder analog vor und lassen sich nur schwer auswerten und fortschreiben. Im Projekt „Dein Dorf – Deine Daten“ wird deshalb im Rahmen des Förderprogramms „Land.OpenData“ ein Umsetzungskonzept für ein digitales Dorferneuerungsportal entwickelt. Ziel ist, vorhandene Daten zu bündeln, einheitlich aufzubereiten und den Gemeinden als Arbeitsgrundlage besser zugänglich zu machen.
Wie eine solche Anwendung aussehen könnte und welche Anforderungen sie erfüllen sollte, war Thema des zweiten Projektworkshops. Projektleiter Stephan von St. Vith vom Fachbereich Kreisentwicklung der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich begrüßte Vertreter der Kreisverwaltung, der Verbandsgemeinden und der Pilot-Ortsgemeinden.
Beim ersten Workshop waren Verwaltungsabläufe und Informationsbedarfe untersucht worden. Die Erkenntnisse lagen nun als sogenannte User Stories vor, die Anforderungen aus Sicht unterschiedlicher Nutzergruppen beschreiben. Die Teilnehmer bewerteten und priorisierten die Anwendungsfälle und ergänzten oder korrigierten einzelne Punkte.
Anschließend stellten Felix Unseld vom Zentrum für digitale Entwicklung und Timo Grimm von der Firma KI-P einen interaktiven Prototyp einer möglichen Dorf-Anwendung vor. Darin wurden teils reale, teils fiktive Daten aus dem Dorferneuerungskonzept der Gemeinde Burgen dargestellt, das im Zukunfts-Check Dorf erarbeitet wurde. Die Anwendung bündelt Vorhaben nach Handlungsfeldern und ordnet sie nach dem Umsetzungsstand. Gemeinderatsmitglieder könnten damit Projektstände dokumentieren und Fortschritte verfolgen.
Der Prototyp zeigte auch eine Verwaltungssicht des Dorf-Portals. Dort werden Daten über das Dorf aus verschiedenen angeschlossenen Quellen übersichtlich zusammengeführt – etwa zu Statistik, Klimaschutz und Energie, Mobilität und Infrastruktur sowie Bauleitplanung und Genehmigung. Die jeweiligen Datenquellen sind ebenfalls angegeben und können, sofern Links hinterlegt sind, direkt aufgerufen werden. So entsteht ein gebündelter Überblick über unterschiedliche Themenbereiche und Datenbestände.
Ausgewählte Informationen könnten auch der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. So wäre nachvollziehbar, welche Maßnahmen bereits umgesetzt sind und woran aktuell gearbeitet wird. Die Erkenntnisse des zweiten Workshops gehen nun in das Umsetzungskonzept ein, welches Ende des Jahres veröffentlicht wird.
Das Projekt „Dein Dorf – Deine Daten“ wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat über das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) gefördert.
