Tierseuche

Shamonda-Virus im Landkreis Bernkastel-Wittlich festgestellt


Im Landkreis Bernkastel-Wittlich sind erstmals Infektionen mit dem Shamonda-Virus festgestellt worden. Aktuell liegen 22 bestätigte Nachweise bei Rindern vor. Bei dem Shamonda-Virus handelt es sich um eine durch stechende Insekten übertragene Tierseuche, die empfängliche Nutz- und Haustiere betrifft. Für Menschen besteht nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko.

Die Ausbreitung bei empfänglichen Tieren in Deutschland hält an. Neben Nachweisen bei Rindern aus Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, dem Saarland und Sachsen bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut nun Infektionen mit dem neu eingeschleppten europäischen Shamonda-Virus (SHAV) auch bei einem Pferd aus Rheinland-Pfalz sowie einem Alpaka aus Hessen. In Proben von Schafen und Ziegen aus Baden-Württemberg ist ebenfalls SHAV nachgewiesen worden.

Bei infizierten Rindern können insbesondere Fieber, Durchfall, eine verminderte Futteraufnahme sowie ein Rückgang der Milchleistung auftreten. Betroffene Pferde zeigten neurologische Symptome.

Für das neu eingeschleppte Virus lässt sich derzeit noch nicht abschätzen, ob und in welchem Umfang Infektionen tragender Tiere wie beim Schmallenberg-Virus zu Schädigungen der Feten führen können. Aborte, Totgeburten und missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen sollten daher besonders aufmerksam untersucht werden.

Das Shamonda-Virus gehört zur Gruppe der Orthobunya-Viren und wird nach derzeitigen Erkenntnissen durch blutsaugende Gnitzen der Gattung Culicoides übertragen. Die Viren können sich in den Gnitzen vermehren. Dadurch ist die Übertragung sehr effizient. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist für diese Virusgruppe nicht belegt. Ein konsequenter Mückenschutz senkt daher die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung.

Viren der Simbu-Serogruppe gelten in der Regel nicht als Zoonose-Erreger und stellen nach bisherigem Kenntnisstand kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen dar.

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich beobachtet die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens aufmerksam. Tierhalter im Landkreis werden gebeten, bei ungewöhnlichen oder gehäuft auftretenden Krankheitserscheinungen in ihren Tierbeständen sowie bei Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Trächtigkeiten und Geburten ihren Tierarzt zu informieren.

Als vorläufige Schutzmaßnahmen werden empfohlen:

Im Stall:

  • Frequenz des Mistens und Einstreuens erhöhen
  • Luftbewegung erhöhen, um Stechinsekten abzuhalten (Lüfter im Stall anschalten, Ventilatoren regelmäßig warten)
  • Tränken regelmäßig reinigen
  • Milchkammer sauber und trocken halten
  • Engmaschige Fliegennetze installieren


Im Außenbereich und auf der Weide

  • Feuchtgebiete/Moorflächen meiden
  • Sumpfige Stellen trockenlegen
  • Tränkbereiche befestigen
  • Wannen und offene Tröge regelmäßig reinigen
  • Unterstand/Schutzhütte aufstellen


Am Tier

  • Regelmäßige Kontrolle der Herden auf Symptome
  • Repellentienbehandlung
  • Isolierung verdächtiger Tiere und tierärztliche Behandlung von erkrankten Tieren


Weitere Informationen zum Shamonda-Virus stellt das Friedrich-Loeffler-Institut unter www.fli.de zur Verfügung.